Die Geschichte von Ab in die Koje, Teil 1: Die Idee

In dieser Rubrik berichten die Mitglieder von Ab in die Koje aus ihrer Sicht über den Verein

Geboren wurde die Idee zu Ab in die Koje im Krankenhaus. Im Januar 2015 folgte einem nächtlichen Unfall ein unvorhergesehener Krankenhausaufenthalt, sodass ich ohne eigenes Buch eine Nacht und zwei Tage ans Bett gefesselt war und mich langweilte. Aus dem Flur nahm ich mir eine der ausliegenden Hinz & Kunzt. Zwar kaufe ich das Blatt manchmal, aber wirklich gelesen hatte ich es bis dahin nur sehr selten. Oft gab ich den Verkäufer_innen einfach die zwei Euro und nahm die Zeitung gar nicht mit. Nun hatte ich aber Zeit und nichts anderes zu lesen. Die Geschichte über eine Familie, die unter der Kennedybrücke Platte machte, traf mich besonders. Als die Gefahr zunahm, dass der Familie die Kinder weggenommen würden, brachte Hinz & Kunzt sie in einer 8 qm kleinen Notunterkunft unter. Dort lebten nun zwei Kinder mit ihren Eltern und Großeltern. Zwar bestand so keine direkte Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Familie, aber was für ein würdeloses Leben das ist! Kurz zuvor hatte ich mit Freunden ein paar 30te Geburtstage gefeiert und es waren um die 60 Gäste anwesend. In dem Moment dachte ich: Wenn ich es schaffen würde, diese 60 Bekannten von mir dazu zu bringen, im Monat je 10 € zu spenden, dann könnten wir dafür eine Wohnung für 600 € bezahlen. Schon mit dieser Summe könnte die Familie sehr viel würdevoller und angemessener wohnen, als es ihnen in ihrer aktuellen Notunterkunft möglich sein dürfte.

Damit stand die Ursprungsidee im Raum und ich begann erst einmal heimlich für mich weiter darüber nachzudenken, weil ich das Gefühl hatte, dass es so einfach nicht sein kann und dass die Idee möglicherweise irgendwo einen riesigen Haken hat.

Björn

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